Erziehung des KIndes

 

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Die Erziehung des Kindes

(Dies ist eine persönliche Zusammenfassung von „Die Erziehung des Kindes vom Gesichtspunkte der Geisteswissenschaft" (R.Steiner).)

Zur Beachtung : Steiner und die Leser, waren oder sind alles einzelne Menschen unter Milliarden, d.h. Irrtümer und Missverständnisse sind nicht ausgeschlossen. Sein Wunsch ist es, das folgende als Kensanmateriel für das Glück von Allen Menschen zu benutzen.

Man kann wahrscheinlich sagen, dass alle Menschen nur darum tätig sind oder waren, um glückliche Menschen zu werden.

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Das ganze basiert auf der Ansicht, dass der Mensch aus „physischem Leib", „Lebensleib" (Träger der Lebenskraft), „Empfindungsleib" (Träger des Empfindungsleben, Lust, Schmerz, Trieb, Begierde) und „Ichleib" Tträger des ich) besteht.

Bei der leiblichen Geburt wird der physische Leib geboren, der vorher, geschützt im Mutterleib, herangewachsen ist. Beim Zahnwechsel wird der Lebensleib (Ätherleib)geboren, der sich bis dahin, wie vorher der physische Leib im Mutterleib, geschützt herangebildet hat.

Bei der Geschlechtsreife wird der Empfindungsleib (Astralleib)geboren, der sich, wie vorher der Lebensleib, bis dahin geschützt herangebildet hat.

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Bis zu seiner Geburt, sollte sich der jeweilige „Leib" geschützt, natürlich, „unbeeinflusst", gesund entwickeln können, um dann nach der Geburt „selbständig", ungeschützt wachsen zu können. Z. B. der physische Leib braucht natürlich bis zu seiner Geburt Umgebung und Nahrung, um sich „unbeeinflusst" (gesund, natürlich) entwickeln zu können. Was bewirken da wohl Liebe, das Zwiegespräch mit der Mutter oder Gesang, was bewirken da wohl Stress, Ärger, Wut, Tabak, Rauch, Alkohol, Drogen ???

Kann sich ein physischer Leib, der durch Erbanlagen, Umgebung oder Nahrung  vor der Geburt schon „missgebildet" ist noch gesund, normal entwickeln oder sich reparieren ???

Bei den „anderen" Leibern scheint es ähnlich zu sein, die Rolle der Betreuer wird immer wichtiger, ja ohne menschliche Betreuer entstehen wahrscheinlich keine wahrhaften Menschen (was entsteht wohl, wenn die Betreuer ihr eigenes wahres Selbst nicht kennen, sich nicht mindestens im Klaren sind, was für Menschen sie selbst werden wollen und was für ein leben sie leben wollen ???)

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Es gibt zwei Zauberworte, welche angeben, wie das Kind in ein Verhältnis zu seiner Umgebung tritt. Diese sind NACHAHMUNG und VORBILD.

Belehrungen wirken nicht formenbildend auf den physischen Leib, sondern auf den Ätherleib (Lebensleib), und der ist ja bis zum siebenten Jahre (Zahnwechsel) ebenso von einer schützenden Äthermutterhülle umgeben, wie der physische Leib bis zur physischen Geburt von der physischen Mutterhülle umgeben ist.

Aber das Kind lernt eben nicht durch Belehren, sondern durch Nachahmung.

Zu den Kräften, welche bildsam auf die physischen Organe wirken, gehört also Freude an und mit der Umgebung. Heitere Mienen der Erzieher, und vor allem redliche, keine erzwungene Liebe. Solche Liebe, welche die physische Umgebung gleichsam warm durchströmt, brütet im wahren Sinne des Wortes die Formen der physischen Organe aus.

Mit dem Zahnwechsel streift der Ätherleib (Lebensleib) die äussere Ätherhülle ab, und damit beginnt die Zeit, in der von aussen erziehend auf den Ätherleib eingewirkt werden kann.

Auf den Ätherleib wirkt man durch Bilder, durch Beispiele, durch geregeltes Lenken der Phantasie. Wie man dem Kinde bis zum siebenten Jahre das physische Vorbild geben muss, dass es nachahmen kann, so muss in die Umgebung des werdenden Menschen zwischen dem Zahnwechsel und der Geschlechtsreife alles das gebracht werden, nach dessen innerem Sinn und Wert er sich richten kann.

Wie für die ersten Kinderjahre NACHAHMUNG und VORBILD die Zauberworte der Erziehung sind, so sind es jetzt in Rede stehenden Jahre: NACHFOLGE und AUTORITÄT. Die selbstverständliche, nicht erzwungene Autorität muss die unmittelbare geistige Anschauung darstellen, an der sich der junge Mensch Gewissen, Gewohnheiten und Neigungen herausbildet, an der sich sein Temperament in geregelte Bahnen bringt, mit deren Augen er die Dinge der Welt betrachtet.

Wenn man so vorgeht, berücksichtigt man die Natur des werdenden Menschen. Man versündigt sich aber gegen diese, wenn man in der Zeit, in der es auf die Bildung des Gedächtnisses ankommt, den Verstand zu sehr in Anspruch nimmt. Der Verstand ist eine Seelenkraft, die erst mit der Geschlechtsreife geboren wird, auf die man daher vor diesem Lebensalter gar nicht von aussen wirken sollte.

Nur durch ein deutliches Bewusstsein davon, wie die einzelnen Erziehungsmassnahmen auf den jungen Menschen wirken, kann der Erzieher immer den richtigen Takt finden, um im einzelnen Falle das Richtige zu treffen. So muss man wissen, wie die einzelnen Seelenkräfte, nämlich: Denken, Fühlen und Wollen, zu behandeln sind, damit deren Entwicklung wieder auf den Ätherleib zurückwirke, während dieser sich zwischen Zahnwechsel und Geschlechtsreife durch die Einflüsse von aussen immer vollkommener gestalten kann.

Zu der Entwicklung eines gesunden kraftvollen Willens wird der Grund gelegt durch die richtige Handhabung der betrachteten Erziehungsgrundsätze während der ersten sieben Lebensjahre.

Das Denken in seiner eigenen Gestalt, als inneres Leben in abgezogenen Begriffen, muss in der Frage kommenden Lebensperiode noch zurücktreten. Es muss sich wie unbeeinflusst, gleichsam von selbst entwickeln, während die Seele die Gleichnisse und Bilder des Lebens und der Naturgeheimnisse vermittelt erhält. So muss inmitten der anderen Seelenerlebnisse zwischen dem siebenten Jahre und der Geschlechtsreife das Denken heranwachsen, die Urteilskraft muss so reifen, damit dann, nach erfolgter Geschlechtsreife, der Mensch fähig werde, den Dingen des Lebens und des Wissens gegenüber sich in voller Selbständigkeit seine Meinung zu bilden. Je weniger man vorher unmittelbar auf die Entwicklung der Urteilskraft einwirkt und je besser man es mittelbar durch die Entwicklung der anderen Seelenkräfte tut, um so besser ist es für das ganze spätere Leben des betreffenden Menschen.

Man kann einem Menschen nichts Schlimmeres zufügen, als wenn man zu früh sein eigenes Urteil wachruft.

Erst dann kann man urteilen, wenn man in sich den Stoff zum Urteilen, zum Vergleichen gespeichert hat. Bildet man sich vorher "selbständige" Urteile, so muss diesen die Grundlage fehlen. Das ist der Ursprung von religiösem Denken und Heuchelei.

Um reif zum Denken zu sein, muss man sich die Achtung von dem angeeignet haben, was andere gedacht haben. Es gibt kein gesundes Denken, dem nicht ein auf selbstverständlichen Autoritätsglauben gestütztes gesundes Empfinden für die Wahrheit vorausgegangen wäre. Würde dieser Erziehungsgrundsatz befolgt, man müsste es nicht erleben, dass Menschen zu jung sich reif dünken zum Urteilen und sich dadurch die Möglichkeit nehmen, allseitig und unbefangen das Leben auf sich wirken zu lassen. Erst dann, wenn überall die Erkenntnis durchgedrungen sein wird, dass es darauf ankomme, die Lehren in der weitgehendsten Art für alle Verhältnisse des Lebens fruchtbar zu machen, nicht bloss darüber zu theoretisieren, dann wird sich auch das Leben verständnisvoll erschliessen.

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